Junges Mädchen, aber auch Jungen zieht es nach draußen, sie wollen mit oder ohne Hilfe der Eltern oder des Jugendamtes raus von Zuhause
Du willst mit 16 ausziehen? Darfst du das überhaupt schon?

 

Das Ausziehen kann für dich gar nicht früh genug kommen? Dann beachte unsere Tipps, weil wenn du noch nicht volljährig bist, gibt es da ein paar Sachen zu beachten.

 

Ausziehen ist ein riesen großer Schritt. Und ob du schon so früh ausziehen solltest, darüber lässt sich streiten. Rede mal ganz in Ruhe mit anderen darüber und mach das nicht überstürzt. Aber manchmal ist es eben für manche schon früher an der Zeit.

 

Trotzdem bleibt – mit 16 kannst du nicht grade mal so einfach aus dem Elternhaus ausziehen. Du musst dich um ein paar Punkte kümmern und musst manche Sachen beachten. Darum soll es in diesem Artikel gehen.

 

Ab wann darf man ausziehen?

 

Rechtlich darf man frühestens mit 16 ausziehen. Da man dann aber noch minderjährig ist haben die Eltern das sogenannte Aufenthaltsbestimmungsrecht. In der Praxis heißt das, dass sie festlegen dürfen, wo du wohnst. Das bedeutet, du brauchst in jedem Fall einen Auszug das Einverständnis deiner Eltern. Egal was du vorhast. Gleiches gilt selbstverständlich mit 17.

Eine amtliche Erlaubnis, etwa vom Jugendamt, ist nicht notwendig.

 

Die Eltern überzeugen

 

Deine Gründe sind für offizielle Behörden unerheblich. Doch deine Eltern musst du von der Idee überzeugen.

Du brauchst ihr Einverständnis und sie sollten grundsätzlich gleicher Meinung sein was den Auszug angeht, sonst wird das sehr schwierig. Deswegen setzt euch in Ruhe zusammen und besprecht die Angelegenheit. Du kannst Gründe aufführen wie Kosten und den Zeitaufwand für die Fahrten zur Schule und Ausbildungsstelle. Oder wenn sich deine Eltern dauernd streiten, kannst du ihnen erklären, dass du ein bisschen mehr Frieden für dein Leben brauchst.

Überleg dir vorher sehr genau, was du sagst und schreibe die Pro und Contra Punkte auf eine Liste.

Bei dem Gespräch solltest du ruhig und einfühlsam sein. Immerhin könnte deine Entscheidung deine Eltern schocken. Versuch sie zu überzeugen, mach ihnen keine Vorwürfe oder ähnliches, das führt zu nichts.

 

In Ausnahmefällen

 

Wenn sich deine Eltern gegen dich stellen und es eskaliert zuhause gibt es einen letzten Ausweg.

Stellt deine Familie eine starke Belastung für dich und dein psychisches Wohlbefinden dar kann ein Familiengericht über die Situation entscheiden. Davor gibt es eine eingehende Beratung durch das Jugendamt. Das Gericht kann dem Minderjährigen auch ohne Erlaubnis der Eltern gestatten, aus dem elterlichen Haushalt auszuziehen.

Natürlich ist das wirklich nur die allerletzte Option. Sollte es aber wirklich so schlimm sein, wende dich an das Jugendamt. Vielleicht schaffen die es auch die Situation deiner Familie so zu verbessern, dass du dich wieder wohl fühlst.

 

Wenn man mit 16 von Zuhause auszieht, was gibt es zu beachten?
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Die gemeinsame Wohnungssuche

 

Wieso gemeinsam? Als Minderjähriger kannst du keine Verträge ohne Zustimmung der Eltern abschließen. Das gilt auch für den keinen Mietvertrag. Die Wohnungssuche sollte daher zusammen mit den Eltern stattfinden.

Überlegt euch zusammen Rahmenbedingungen (Größe der Wohnung, Mietpreis, Lage etc) und sucht dann gemeinsam nach einer passenden Wohnung.

Da vielen Minderjährigen die Lebenserfahrung fehlt, alleine einen Haushalt zu führen, haben Kommunen und private Träger Wohnheime für sogenanntes betreutes Wohnen eingerichtet. Hier lebst du mit anderen Minderjährigen in einer kleinen WG mit 3 oder 4 Mitbewohnern. Dazu gibt es einen Betreuer, der ab und zu vorbeischaut. Vermutlich die beste Option für dich, weil du in einer eigenen Wohnung mit dem Haushalt vielleicht erstmal überfordert wärst.

 

Wer bezahlt das Ganze?

 

 

Eltern sind bei minderjährigen Kindern unterhaltspflichtig. Das gilt natürlich auch, wenn du ausgezogen bist. Unabhängig davon, ob du ein eigenes Einkommen hast. Nur wenn die Eltern nicht dazu in der Lage sind, springt der Staat ein. Es müssen aber auch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Du musst dich in einer Ausbildung befinden und hierzu zählt nicht die normale Schule. Außerdem muss deine Ausbildungsstätte mindestens 2 Stunden vom Elternhaus entfernt sein. Sind alle 3 Bedingungen erfüllt, besteht Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe.

Sind die Eltern jedoch finanziell in der Lage Unterhalt zu leisten, berechnet sich die Höhe des Unterhalts nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle. Einem Sechzehnjährigen steht nach dieser Tabelle ein monatlicher Unterhalt von 426 bis 682 Euro zu.

Es bleibt deinen Eltern überlassen, in welcher Form sie den Unterhalt leisten. Man kann einfach Geld überweisen aber auch genau so Lebensmittel direkt vorbei bringen.

Ausziehen wenn man noch minderjährig ist.
Überlebenstipps für die ersten eigenen 4 Wände.

 

Ist es das wert?

 

Ausziehen in dem Alter ist gar nicht so einfach. Also klar, es ist unkompliziert machbar, wenn deine Eltern hinter deiner Entscheidung stehen. Aber bedenke, dass du dann die Wäsche selbst machen musst, selbst dich um dein Mittagessen kümmerst, niemand der dich morgens aus dem Bett schmeißt, niemand der für dich da ist. Ausziehen kann auch ganz schön doof manchmal sein. Du solltest dir wirklich ganz sicher sein.

Bist du dir das und hast du ein paar Nächte darüber geschlafen, dann hilft dir diese Seite, die weiteren Schritte zu planen.

 

 

Bildnachweis:

soysuperfer/Pixabay

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