Wohngemeinschaft (WG) – Mietvertrag und WG- Regeln

 

WG zieht zusammen
(Bild: Shutterstock.com / Goran Bogicevic) In einer Gemeinschaft leben ist stressig aber vor allem schön, lustig und macht Spaß!

 

1. Wann ist eine Wohngemeinschaft das Richtige für mich?

Eine WG kann aus vielen verschiedenen Gründen entstehen. Zu den Häufigsten gehören mit Abstand Freundschaft und die Vorteile einer Zweck-Gemeinschaft. Vor allem der jüngeren Generation, welche mit dem Ausziehen den ersten großen Schritt in die Eigenständigkeit wagt, fällt es leichter, wenn dies mit Gleichgesinnten geteilt werden kann.

Eine Wohngemeinschaft macht für dich nur dann Sinn, wenn du dir vorstellen kannst, mit bestimmten Menschen täglich unter einem Dach zu leben.
Du solltest deshalb in erster Linie darauf achten, mit wem du in einer Gemeinschaft leben möchtest. Am einfachsten ist es natürlich wenn ihr euch bereits kennt, ist dies jedoch nicht der Fall, triff dich vorher natürlich mit deinen potentiellen Mitbewohnern um einen ersten Eindruck zu gewinnen.
Dabei ist es von Vorteil, wenn du bereits eine Vorstellung hast, was für ein Typ Mensch du bist und was du daraus resultierend von dem Leben in einer WG erwartest.

Du solltest dir daher ein paar Grundfragen schon vorher beantwortet haben.
Ist es dir beispielsweise lieber in einem ruhigen Umfeld zu leben oder bist du eher auf Partys und dauerhafte Gesellschaft aus? Bevorzugst du eine reine Frauen bzw. Männer WG oder doch lieber gemischt?
Genauso wichtig ist der Punkt Sauberkeit. Siehst du das eher locker oder hast du einen regelrechten Putzfimmel?

Letztendlich solltest du dir die Themen, welche dir am wichtigsten erscheinen, von Anfang an ansprechen, da nur so ein harmonisches Zusammenleben möglich ist. Wichtig ist nur, dass du dabei nicht vergisst, dass du niemals einen Mitbewohner finden wirst, der genauso ist wie du. Wäre ja auch irgendwie langweilig…
Der entscheidende Punkt ist, dass du dich mit Ihm/ Ihr gut verstehst und Ihr somit die Marotten des anderen aushalten könnt.

 

2. Wie wird die finanzielle Situation eigentlich geregelt?

 

Der Mietvertrag sollte keine Fragen offen lassen

WG’ s können wirklich Spaß machen. Doch beim Thema Geld hört die Freundschaft ja bekanntlich schnell auf. Der größte Teil fließt nach wie vor in die Miete der Wohnung, daher ist der Mietvertrag unumgänglich!
Normalerweise sind die anfallenden Kosten jedes Mitbewohners abhängig von den m², die ihm zugehörig sind. Das beinhaltet sowohl das eigene Zimmer, als auch die Räume, welche von allen genutzt werden und die dazugehörigen Nebenkosten. Je nachdem, ob der Vermieter eine Einzelperson oder die gesamte Gruppe als Vertragspartner wünscht, solltest du mit deinen Mitbewohnern eine klare Regelung finden.

Ein weiterer Punkt ist, dass sich die Lebensumstände eines jeden schnell mal ändern können und man sich somit bereits vorher damit auseinander setzen sollte, was passiert, wenn jemand wieder auszieht.
Fragen wie: „Wer sucht einen Nachmieter?“ oder „Wer kommt für die Kosten eines leeren WG-Zimmers auf?“ sollten daher im besten Fall von Anfang an geklärt sein.

 

Gemeinsames Konto eröffnen?

Um die monatlich anfallenden Kosten einer WG zu decken gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Möglichkeit bietet beispielsweise ein gemeinsames Konto, auf welches jeden Monat ein vorher festgelegter Betrag von jedem Bewohner einbezahlt wird. Von diesem Geld können dann alle Bereiche gedeckt werden, sei es Miete, Telefon oder die Strom-Kosten.

 

Am besten eine Haushaltskasse

Eine weitere sinnvolle Methode ist die sogenannte Haushaltskasse. Diese ist in erster Linie für alle Anschaffungen, welche die gesamte Gruppe betreffen, z.B. Toilettenpapier. Klar, die anfallenden Kosten zu 100% gerecht aufzuteilen kann sich als schwierig erweisen, da es sich hier um viele Kleinbeträge handelt. Eine gute Möglichkeit ist daher, dass man für jeden Monat oder für jede Woche eine bestimmte Summe festlegt, welche jeder Mitbewohner zu zahlen hat. (Dies sollte jedoch unter den Bewohnern gemeinsam geklärt werden, da es sonst schnell mal zu Meinungsverschiedenheiten kommen könnte)
Die anfallenden Kosten einer Wohngemeinschaft können somit aus der gemeinsamen Haushaltskasse bezahlt werden.

 

Einrichtungsgegenstände

Solltest du vorhaben, gemeinsam mit deinen Mitbewohnern Möbel und andere größere Gegenstände zu kaufen, sei dir besser darüber im Klaren, dass ihr spätestens wenn der erste wieder auszieht, klären müsste wer das Möbelstück behalten darf bzw. wer wie viel dafür bezahlen muss. Dementsprechend solltet ihr das Thema erstmal in der Gruppe ansprechen, bevor ihr euch für eine Couch oder einen gemeinsamen Tischkicker entscheidet.

 

3. Und wenn wir mal Stress miteinander haben?


Klare Regeln

Von einer WG träumen die meisten Studenten. Man schmeißt die besten Partys, macht Spieleabende und kocht zusammen. Doch damit so ein harmonisches Zusammenleben auch funktioniert müssen klare Regeln aufgestellt werden. Denn nur so können Probleme vorgebeugt werden…
Selbstverständlich kommt es dabei auf verschiedene Faktoren an, wie z.B. auf die Anzahl der Mitbewohner und deren gemeinsame Interessen. Aber auch Themen wie Rauchen, Einkaufen, Besucher, Musiklautstärke, Telefonieren oder die Zeiten des Bäder blockieren sollten bei all dem nicht vergessen werden. Wichtig ist hier nur, dass du die Regeln gemeinsam mit den anderen festlegst. Das wäre dann auch schon die erste Regel für euch: „ Entscheidungen sollen immer zusammen getroffen werden“.

 

Haushaltsplan ist in den meisten Fällen sinnvoll

Vor allem in größeren WG’ s empfiehlt sich ein Haushaltsplan, der beispielsweise Putzen, waschen, staubsaugen oder Müll runter bringen beinhaltet. Die Mitbewohner entscheiden selbst über die Aufteilung der einzelnen Aufgaben. Sollte jedoch ein Faulpelz unter euch weilen, der sich nicht oder nur selten an die Regeln hält, könnt ihr beispielsweise eine Partykasse oder ähnliches festlegen, in welche bei jedem Verstoß eine gewisse Summe einbezahlt werden muss.

 

Nervige Themen direkt ansprechen

In einer funktionierenden WG ist das A und O die problematischen Themen anzusprechen. Solltest du dies jedoch nicht tun und frisst es somit in dich hinein, kann es dazu führen, dass du irgendwann komplett ausrastest, was ein Aussprechen danach umso schwieriger macht. Meistens fällt das, was dich stört dem anderen einfach nicht auf, somit kann er das Problem auch nicht aus der Welt schaffen…redet ihr jedoch darüber, bekommst du meistens ein besseres Feedback als erwartet.
Sollten jedoch alle Versuche, die Situation zu verbessern, scheitern, kann es auch sein dass ihr vielleicht einfach nicht so zueinander passt und es manchmal das Beste ist, sich aus dem Weg zu gehen, sprich, dass einer von euch auszieht.

 

4. Pro und Contra – Bin ich überhaupt für eine WG? Und will ich das? Was spricht dafür und was dagegen?

 

Contra:

  • Du bist nie alleine…Ruhe und Entspannung sind also eher Fremdwörter
  • Sauberkeit und Ordnung können von Menschen sehr unterschiedlich interpretiert werden (Chaot vs. Putzfimmel )
  • Bad ist zu den ungünstigsten Zeiten blockiert
  • Deine persönlichen Dinge oder auch Möbel werden häufig auch von anderen genutzt
  • Nackt durch die Wohnung laufen ist dann wohl auch keine Option 😉

 

Pro:

  • Du findest schnelleren Anschluss
  • Hast eventuell ehrfahrende Mitbewohner, die dir die ersten Wochen leichter machen
  • Es wird niemals langweilig (WG- Partys, zusammen kochen, Spieleabende, Filme schauen)
  • Du musst weniger zahlen, die Kosten werden aufgeteilt
  • Super WG- Partys, die du wohl niemals vergessen wirst
  • Du hast immer jemanden, an den du dich wenden kannst und der für dich da ist